Rezepte aus dem Piemont – Gourmetküche für Genießer

Das Piemont ist bekannt für seine Weine – und für seine Gourmetküche. Unter Italienfans, Weinliebhabern und Spitzenköchen gilt die nordwestlichste Region Italiens als Mekka für Gaumenfreuden jeglicher Art.

Ob traditionelle ligurische Küche mit Fischgerichten oder erlesene Spezialitäten aus weißen Trüffeln, ob raffinierte Vorspeisen oder süße Desserts mit Haselnüssen – die Küche des Piemonts ist facettenreich, kreativ und macht Lust auf mehr.

Viele Gerichte lassen sich auch in Ihrer Küche mit einfachen Mitteln nachkochen. Sie brauchen dazu lediglich

  • ein Rezept
  • die richtigen Zutaten
  • ein bisschen Zeit
  • Lust zum Experimentieren

Stilvolle Deko, die passende Musik und stimmungsvolle Beleuchtung lassen Sie den Alltag dann komplett vergessen und holen Dolce Vita in Ihre eigenen vier Wände.

Grundlagen der piemonter Küche

piemontDie Küche des Piemonts ist bis heute unverfälscht und geht auf die traditionelle bäuerliche Kochkunst zurück. Gleichzeitig sind französische Einflüsse erkennbar. Piemonter Rezepte zeichnen sich durch naturbelassene, frische Zutaten aus, die aus der Region zwischen Alpen und Poebene stammen.

Berühmt für seine Trüffel, die viele Gerichte verfeinern, ist doch ein Hauptbestandteil der piemontesischen Küche, der Reis. Er wird in der Gegend um Vercelli – der Reishauptstadt – auf 1.200 Quadratkilometern angebaut und war im Mittelalter das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Noch heute ist er Grundlage für viele traditionelle Gerichte, zum Beispiel den insalata di riso alla novarese, das risotto alla piemontese oder das sformato di riso, ein Milchreisgericht.

Der Facettenreichtum piemontesischer Gerichte beruht auf der Vielfalt und Bandbreite der Produkte, die im Piemont erzeugt werden. So sind für die Küche sowohl die Verwendung von Butter und Speck, rohes Gemüse, Trüffel, Haselnüsse und viele unterschiedliche Käse typisch, aber auch sanato, Fleisch vom Kalb, das nur mit Milch aufgezogen wurde. Unzählige Kombinationsmöglichkeiten und Verfeinerungen mit heimischen Kräutern und Gewürzen ließen so in den vergangenen Jahrhunderten eine breite Palette an Gerichten, Antipasti, Beilagen, Desserts und Konditorprodukten entstehen.

Genuss von Antipasti bis Dessert

Im Piemont nimmt man sich Zeit zum Essen. Hier liegt der Ursprung der „Slow-Food“-Bewegung, die genussvolle Esskultur wiederbelebt.

Zu jedem piemontesischen Gastmahl gehört eine Auswahl an Vorspeisen. Die Antipasti werden nacheinander gereicht, erst die kalten, dann die warmen. Typische Antipasti im Piemont sind:

  • Carne cruda – gehacktes, rohes Kalbsfleisch, verfeinert mit Olivenöl und Zitrone
  • peperoni con bagna caoda – Paprikaschoten in Knoblauch-Sardellen-Öl
  • vitello tonnato – Kalbsfleisch in Thunfischsoße
  • caponet –gefüllte Zucchiniblüten

risottoNach den Antipasti kommen oft ein oder zwei Variationen von Pasta oder Risotto auf den Tisch. Piemontesische Frauen sind stolz auf ihre handgemachte Pasta, eine Tradition, die in vielen Familien noch heute fortgeführt wird.

  • Tajarin al Ragù – feine Bandnudeln in Hackfleischsoße mit Salsiccia (grobe Fleischwurst)
  • Risotto alla piemontese – Reisgericht mit Tomaten, Knoblauch und Parmesan

Als Hauptgang werden in der Regel Fleischgerichte mit Beilagen und gedünstetem Gemüse gereicht.

  • Bollito misto – unterschiedliche Fleischsorten, in Gemüsesud gekocht
  • stinco di vitello – am Stück in Weißwein oder Fleischbrühe gegarte Kalbshaxe
  • brasato – Rinds- oder Kalbsschmorbraten (mit Rotweinsud)

Auch beim Dessert wird gern auf regionale Produkte gesetzt. Ob Haselnüsse oder einheimisches Obst, der Abschluss des Mahls ist gehaltvoll und süß.

  • pere al vino – in Rotwein gedünstete Birnen
  • torta di nocciole – Nusskuchen
  • bonèt – Schokoladen-Amaretti-Flan
  • budino di castagne – Maronenpudding

Wein muss sein

Für einen echten Piemonteser ist ein Essen ohne den richtigen Wein undenkbar. Der edle Rebensaft ist fester Bestandteil der Küche und wird sowohl zu rustikalen Gerichten als auch zu erlesenen Gourmetspezialitäten gereicht.

Barolo
Das Premiumprodukt aus der Nebbiolo-Traube ist besonders in der Gourmetküche gefragt. Dieser ausdruckstarke Wein benötigt mindestens drei Jahre Reifezeit, bevor er sein volles Aroma entfaltet.

Roero
Der Roero wird wie der Barolo oder Barbaresco aus der Nebbiolo-Traube gewonnen, ist aber aufgrund der Anbaubedingungen deutlich leichter im Geschmack. Benannt ist er nach der gleichnamigen Region des Piemonts, in der kalkige Sandböden vorherrschen.

Dolcetto
Ein Dolcetto ist der idealer Begleiter für einfache, traditionelle Bauerngerichte. Das leichte Mandelaroma fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein und verleiht dem Dolcetto einen samtigen Geschmack.

Gavi
Neben den roten Verwandten ist der Gavi ein typischer weißer Vertreter der piemontesischen Weine. Er wird gern in der ligurischen Küche zu Fischgerichten getrunken, hat ein frisches, säurebetontes Aroma mit einem Hauch Zitrusfrucht.

Asti Spumante
Der süße Dessert-Schaumwein ist ein Klassiker des Piemonts, wird von Italienern aber hauptsächlich zum traditionellen Weihnachtsessen getrunken. In Deutschland ist der Asti Spumante ein Getränk, das das ganze Jahr über seine Anhänger findet.

Sie haben alles für Ihren italienischen Abend beieinander? Rezeptauswahl getroffen, Zutaten eingekauft, den Wein ausgewählt? Dann laden Sie Freunde oder Familie doch gleich zum Kochen ein. Gemeinsam machen die Vorbereitungen noch mehr Spaß und das anschließende Mahl ist die Krönung eines gelungenen, abwechslungsreichen Abends in entspannter, heiterer Atmosphäre!